BILANZ DER MENSCHLICHKEIT 2017

Herausfordernd. Ereignisreich. Erfolgreich – so lässt sich das Jahr 2017 für das OÖ. Rote Kreuz zusammenfassen. Immer mehr Menschen engagieren sich freiwillig in der landesweit größten humanitären Hilfsorganisation. Die Aufgaben im Bereich Pflege und Betreuung steigen.

Die Gesellschaft ändert sich – das Rote Kreuz wird immer mehr gebraucht. Besonders erfreulich dabei: Zunehmend mehr Menschen entschließen sich, mit ihrem freiwilligen Engagement Teil der weltumspannenden Rotkreuz-Familie zu werden. Mit 22.143 freiwilligen Mitarbeiter stieg die Zahl konstant auf ein neues Rekordhoch. Sie leisteten 3,2 Millionen freiwillige Stunden – den Großteil (2,4 Millionen Stunden oder 75 Prozent) im Rettungsdienst. „Dieses Stundenausmaß kommt direkt der Bevölkerung zugute. Etwa 40 Prozent aller Rettungs- und Krankentransporte werden von Freiwilligen erbracht“, erklärt Rotkreuz-Präsident Dr. Aichinger Walter. Die Einsätze im Rettungs- und Krankentransport stiegen von 550.188 auf 555.894 an. Um die hohe Qualität der Leistungen des OÖ. Roten Kreuzes aufrecht zu erhalten, gilt es, den Stellenwert des freiwilligen Engagements in Beruf und Familie zu verbessern. Hier gibt es noch einiges zu tun. „Jeder zweite Oberösterreicher engagiert sich freiwillig und stellt so Leistungen und Angebote sicher, die es sonst nicht geben würde“, meint Aichinger dazu.

Gesellschaftswandel bringt neue Herausforderungen

Beinahe gänzlich von Freiwilligen betrieben werden Sozialmärkte oder Dienste wie Essen auf Rädern, das Engagement der ALPHA-Lesecoaches und der Besuchsdienst. 434.142 Stunden leisteten die rund 5.000 Mitarbeiter der freiwilligen sozialen Dienste im Jahr 2017, im Jahr davor waren es 417.374 freiwillige Stunden. Auffällig: Die Gesamtzahl der betreuten Patienten/Klienten im Bereich Pflege und Betreuung stieg von 18.522 auf 20.905 Menschen. „Die Menschen werden älter und der Wandel der Gesellschaft konfrontiert uns mit neuen Herausforderungen“, erklärt der OÖ. Rotkreuz-Präsident. An neuen Dienstleistungen wird derzeit gearbeitet. Sie sollen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft weiter stärken. Ein Beispiel ist das Projekt „Caring Communities“, das sich zum Ziel setzt, die Nachbarschaftshilfe in Gemeinden und Stadtteilen zu reaktivieren.

Erste-Hilfe-Kurse sind sehr gefragt

Aber auch die Bevölkerung will im Ernstfall professionell helfen. Rund 32.500 Teilnehmer absolvierten im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs. „Damit sind wir erster Ansprechpartner“, freut sich Aichinger über diese Entwicklung. Dazu kommen noch die 11.427 Kinder und Jugendlichen, die eine Erste-Hilfe-Einführung oder einen Erste-Hilfe-Grundkurs im Rahmen der Jugendrotkreuz-Aktivitäten abgelegt haben. „Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung“, meint Aichinger, denn: „Jeder kann täglich mit der Situation konfrontiert werden, Erste Hilfe zu leisten. 80 Prozent der Unfälle passieren im eigenen Umfeld. Nur wenige Handgriffe entscheiden oftmals über Leben oder Tod, über schnelle Heilung und Genesung oder bleibende Dauerschäden.“

Erfolgreiche Jugendarbeit und Ausblick

In Bildung investieren und eine bessere Gesellschaft ernten ist der Leitspruch von ALPHA. MEINE CHANCE. Ziel der Bildungsinitiative: Bis 2022 sollen 300 ALPHA-Lesecoaches jährlich 750 Schüler betreuen. Mit dem Jahres-Schwerpunkt 2017 „Sicher im Wasser“ macht das Jugendrotkreuz darauf aufmerksam, dass Schwimmen mehr ist als nur ein gesunder Sport. Schwimmen ist eine Lebenskompetenz und kann helfen, Leben zu retten. Auch die bewährten Aufgabenfelder des Jugendrotkreuzes sollen weiter ausgebaut werden. „Neben HELFI, Erste Hilfe, Babyfit, Schwimmen und Rettungsschwimmen oder Pflegefit entwickelt sich das Kindergartenprogramm ROKO mit den anderen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sehr gut“, zieht Landesgeschäftsleiter Mag. Erich Haneschläger Bilanz.

Die Zahlen im Überblick:

·         822 Fahrzeuge

·         13.790 Rufhilfeteilnehmer

·         20.905 Betreute Patienten/Klienten im Bereich Pflege und Betreuung

·         22.143 freiwillige Mitarbeiter

·         27.433 Einsätze der Notarztdienste (ohne Notarzthubschrauber)

·         32.350 Erste-Hilfe-Kursteilnehmer

·         53.105 abgenommene Blutkonserven

·         154.805 unterstützende Mitglieder

·         555.894 Einsätze im Rettungs- und Krankentransport

·         3.200.000 freiwillig geleistete Stunden

·         23.000.000 gefahrene Kilometer

 

Mehr als 22.000 freiwillige Mitarbeiter engagieren sich beim OÖ. Roten Kreuz und sind damit Teil einer aktiven Zivilgesellschaft.

Gesundheits- und Soziale Dienste; Mobile Hilfe; ÖRK-Mitarbeiterin hilft im Rahmen des Besuchsdiensts einer älteren Frau beim Einkaufen.

Foto: Credit: ÖRK/Anna Stöcher

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