Große Waldschäden durch Schneedruck

Aktuelle Situation in den heimischen Wäldern.

„200.000 Festmeter Schadholz durch den Schneedruck in Oberösterreich – so lautet die erste Bilanz. Die Waldbäuerinnen und -bauern erleben nach dem verheerenden Borkenkäferjahr 2018 einen weiteren Tiefschlag. Das Land Oberösterreich wird den betroffenen Bewirtschaftern mit den Mitteln aus dem Katastrophenfonds und einem umfassenden Paket an Fördermaßnahmen zur Seite stehen, um die finanziellen Schäden abzumildern. In dieser Situation gilt es aber vor allem auch, den betroffenen Waldbewirtschaftern Mut zuzusprechen. Ihre harte Arbeit für einen gesunden Waldbestand wird in Zukunft noch wichtiger,“ fasst Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger die Folgen des massiven Schneefalls zusammen. 

Aufarbeiten schneedruckgeschädigter Bestände ist aufgrund der Borkenkäfersituation von großer Bedeutung.

Aufgrund der Schneesituation ist die notwendige Aufarbeitung der geschädigten Bestände aktuell nicht möglich. Sobald es die Witterungsbedingungen erlauben, sollte aber die Arbeit in den Wäldern zügig aufgenommen werden. Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger erläutert die Bedeutung der raschen Aufarbeitung: „Gerade nach der Massenvermehrung im Jahr 2018 ist die Gefahr durch den Borkenkäferbefall äußerst dramatisch. Das gebrochene Material ist ein ideales Bruthabitat. Die Waldbewirtschafter werden daher nach dem Schnee stark gefordert sein, die geschädigten Bestände wieder auf Vordermann zu bringen. Klar ist aber, dass dies eine fordernde und sehr gefährliche Arbeit ist. Ich bitte daher alle Waldbewirtschafter, hier auch besonders auf ihre persönliche Sicherheit zu achten.“

Mittel aus dem Katastrophenfonds stehen für Schneedruck-Schäden bereit.

Anspruchsberechtigt für Hilfen aus dem Katastrophenfonds sind Antragsteller/innen mit einer Schadensfläche von zumindest einem halben Hektar. Dieses Schadensausmaß kann auf bis zu fünf Einzelflächen verteilt aufgetreten sein. Auf diesen Flächen muss zumindest die Hälfte der Bäume gebrochen oder geworfen worden sein. Ausbezahlt wird seit dem 1. Jänner 2017 eine erhöhte Beihilfe von 1.500 Euro pro Hektar bei erschwerten Bringungsverhältnissen und 2.000 Euro bei besonders erschwerten Bringungsverhältnissen. Pro Betrieb werden maximal 20.000 Euro ausbezahlt. „Die Mittel aus dem Katastrophenfonds sind eine Maßnahme, um die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei den erhöhten Bringungskosten zu unterstützen und damit die schweren finanziellen Schäden abzumildern. Durch die Art der Antragstellung kann auch im Fall von kleinflächigen Schäden geholfen werden, wie wir sie bei diesem Schneedruck-Ereignis vermehrt erwarten,“ erläutert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Ablauf der Antragstellung für Katastrophenfonds Mittel.

So wie bisher sind die Anträge auf Gewährung von Beihilfen aus dem Katastrophenfonds bei den Gemeinden oder Magistraten einzureichen. Die Antragsfrist beträgt 120 Tage ab Kenntnis des Schadens. Die Gemeinde oder der Magistrat bestätigt weiterhin das tatsächliche Auftreten des Schadens. Daraufhin werden die Anträge in der Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes OÖ bearbeitet.

Alle aktuellen Richtlinien und Anträge an den Katastrophenfonds bzw. Formblätter stehen auf der Homepage des Landes bereit unter:

www.land-oberoesterreich.gv.at

 

Foto: Land OÖ/Sandra Schauer

Appell an Waldbesucher, Vorsicht walten zu lassen.

Aufgrund der besonderen Witterung hängt in den höheren Lagen noch eine sehr hohe Schneelast auf den Bäumen. Bei derartigen Schneelasten kann es laufend zu weiteren Brüchen kommen. Die
Bevölkerung wird daher dringend aufgefordert, in den höheren Lagen keine Waldflächen zu betreten. Auch die Waldrandzonen und generell hängende oder gebogene Bäume sind zu meiden.

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