Wanderbares Innviertel – Heute mit einem kleinen Bayern-Special

Bayern, ein Land mit dem gerade das Innviertel sehr viel gemeinsam hat. Leckere Speisen, a guads Bier, ein geselliges Wesen und auch eine atemberaubende Berglandschaft.

2 Tages-Tour zum nördlichen Watzmanngipfel dem Hocheck auf 2.651m.

Wir begeben uns in den südlichsten Zipfel der bayerischen Lande, ins schöne Berchtesgadener Land. Zwischen Berchtesgaden und Ramsau stellen wir das Auto am Parkplatz Wimbachbrücke ab und bezahlen zähneknirschend die horrenden Parkgebühren für 2 volle Tage parken, da wir erst am nächsten Tag zurückkehren werden.

So schnallen wir uns die Rucksäcke um und gehen Richtung Wimbachtal. Beim Wollstadel steht der Kassenautomat für ein Naturhighlight der Extraklasse, die Wimbachklamm.

€ 2,50 für dieses kurze, aber wunderschöne Naturerlebnis ist absolut in Ordnung. Wir bewegen uns südwärts durch die Klamm, deren Wasser tosend neben uns vorbeirauschen. Ein unvergesslicher Anblick! Leider viel zu schnell sind wir am Ende der Wimbachklamm angelangt und wir kommen zu unserer eigentlichen Tour, der Erstürmung des nördlichsten Watzmanngipfels, des Hochecks auf 2.651m.

Wir folgen dem Wegweiser, welcher die Erreichung des Watzmannhauses in 4 1/2 Stunden ankündigt und bewegen uns auf einem breiten Schotterweg stetig bergauf bis wir an der bewirtschafteten Stubenalm vorbeikommen. Schon hier hat man einen überwältigenden Blick auf die umliegende Bergwelt, das sollte aber noch zu toppen sein.

 

Die Alm hinter uns lassend bewegen wir uns weiter den Schotterweg hinauf und passieren nach kurzer Zeit die ebenfalls bewirtschaftete Mitterkaseralm. Hier kann man Almidyll in Reinkultur erleben, Kühe grasen in der Sonne um die urige Almhütte. Das Läuten der Kuhglocken begleitet uns noch ein Stück auf unserem stetigen Weg bergauf.

Nach der Mitterkaseralm endet bald der blaue Abschnitt unserer Tour, der folgende Aufstieg zum Watzmannhaus fällt unter die Kategorie rot. Ein unschwieriger Steig bringt uns rasch weiter nach oben und wir erreichen die Falzalm. Hier zeigt sich die Familie Watzmann von ihrer besten Seite. Von König Watzmann über die Watzmannkinder bis zur Watzmannfrau, dem kleinen Watzmann ist die ganze Familie versammelt.

Unser nächstes Etappenziel ist nun schon ziemlich nahe, etwa 300 Höhenmeter trennen uns noch vom Watzmannhaus. Wir folgen dem Steig weiter nach oben bis wir am Watzmannhaus auf 1.930m angekommen sind. Höchste Zeit für eine ausgiebige Rast ehe wir weitergehen zum Gipfel.

Frisch gestärkt legen wir los. Der Wegweiser am Watzmannhaus prophezeit uns den Aufstieg aufs Hocheck in drei Stunden, diese Zeit sollten wir jedoch weit unterbieten. Am Watzmannhaus endet der rote Teil unserer Bergwanderung, der Endaufstieg hat die Schwierigkeit schwarz.

Anfangs gehen wir in weiten Serpentinen auf Geröll nach oben, das Gelände wird aber nach kurzer Zeit felsiger und unwegsamer, bis wir an einem seilversicherten Steilaufschwung ankommen. Auch diese Stelle, die schwerste heute, meistern wir mit Bravour und kommen langsam aber sicher dem Gipfel immer näher.

Vorbei an einer Großfamilie von „Stoamandln“ kommt unser Endziel endlich in Sicht, die zwei Gipfelkreuze des Hochecks.

Wir mobilisieren unsere (vor)letzten Kräfte und dann haben wir es geschafft! Wir stehen am Gipfel auf 2.651m! Die Aussicht ist einfach umwerfend!

Wir pausieren nochmal ausgiebigst bei der Biwakhütte beim Gipfel und bewundern den höchsten Punkt des Watzmanns nahezu in Reichweite – die Watzmann-Mittelspitze. Die Mittelspitze ist aber nochmal einen gewaltigen Brocken schwerer als unser Aufstieg und sollte nur versierten Bergsteigern vorbehalten bleiben. Dieser Gipfel geht auch weit über unsere Fähigkeiten.

 

Überglücklich über unseren Gipfelsieg packen wir unsere sieben Sachen wieder zusammen und machen uns an den Abstieg zum Watzmannhaus. Wir orientieren uns an unserem Aufstiegsweg und bald kommt das Watzmannhaus wieder in Sicht, unser Nächtigungsplatz für heute. Der Abstieg sollte noch einmal zwei Stunden dauern, dann haben wir es für heute geschafft.

Der nächste Tag begrüßt uns mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang. Wir genießen noch ein mehr als ausreichendes Frühstück, packen zusammen und machen uns an den Abstieg zur Wimbachbrücke.

Unseren Weg nach unten kennen wir ja vom Vortag schon, so orientieren wir uns wieder an dem roten Steig nach unten zur Falzalm. Hier verabschieden wir uns von der Watzmannfamilie, wir werden sie den Rest der Wanderung nicht mehr vereint sehen.

Am breiten Schotterweg kommen wir rasant nach unten, passieren wieder die Mitterkaser- und die Stubenalm und orientieren uns diesmal direkt zum Parkplatz. Den Umweg über die Klamm können wir uns heute sparen, da die Wimbachklamm nur in eine Richtung begangen werden kann.

Der Abstieg hat uns gut 2,5 Stunden lang in Anspruch genommen, ehe wir überglücklich beim Auto ankommen und die Heimreise antreten. Ein großes Abenteuer geht hier zu Ende…

Daten & Fakten:

Tag 1:

Länge: 13,38 km

Höhenmeter +: 2.051m

Höhenmeter -: 752m

Höchster Punkt: 2.651m – Hocheck Gipfel

Jahreszeit: Sommer

Ausrüstung: festes Schuhwerk, Wanderstöcke, genug Wasser und Verpflegung

 

Tag 2:

Länge: 7,35 km

Höhenmeter +: 0m

Höhenmeter -: 1.294m

Höchster Punkt: 1.930m – Watzmannhaus

 

Genießertip:

An einem klaren Tag ist die Aussicht vom Hocheckgipfel einfach umwerfend. Die Wimbachklamm könnte man theoretisch umgehen, die € 2,50 für den Eintritt sind aber richtig gut investiert.

Nachwort:

Es handelt sich um eine hochalpine Bergwanderung, die nicht unterschätzt werden sollte. Über 2.000 Höhenmeter an einem Tag verlangen einem sehr viel ab, deshalb auch unbedingt genug Pausen einlegen um die Akkus wieder aufzuladen, man braucht die Kraft um nach oben zu kommen.

 

Auch der Zeitfaktor sollte nicht außer Acht gelassen werden. Inklusive Pausen waren wir 08:37h unterwegs, deshalb besser früh aufstehen und die Tour alsbald beginnen. Diese Gehzeit spiegelt jedoch nur unsere Leistung wider, es werden sicher Leute schneller sein als wir, aber vielleicht auch langsamer.

 

Unbedingt vor der Tour den Wetterbericht checken, ein Wetterumschwung kann in dieser Höhe schnell kommen und bei Schlechtwetter möchte ich echt nicht am Hocheck herumkraxeln.

 

Das Watzmannhaus ist riesig ausgebaut und bietet sehr viele Schlafplätze. Allerdings ist der Berg (und somit die Übernachtung am Watzmannhaus) extrem beliebt bei Bergsportlern, deshalb sollte man rechtzeitig die Übernachtung buchen. Dies geht ganz einfach auf Alpsonline:

https://www.alpsonline.org/reservation/calendar?hut_id=151&lang=de_DE

 

Die Bergwanderung aufs Hocheck spiegelt sämtliche Schwierigkeitsstufen wider, der Deutsche Alpenverein hat hier die Bedeutung der verschiedenen Farben zusammengefasst:

https://www.alpenverein.de/huetten-wege-touren/wege/orientierung-auf-bergwegen_aid_10537.html

 

Tourlänge & Höhenmeter wurden mit einer Suunto-Traverse Sportuhr gemessen, es kann keine Garantie gegeben werden, dass die Daten auf den Meter genau stimmen.

 

Liebe Grüße

Dani & Grilli

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