Eröffnung des Campusgebäudes in Ried!

Eröffnung des Campusgebäudes in Ried: Meilenstein für das Schwerpunktkrankenhaus!

Durchschneiden des Roten Bandes

©Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried

Das neue Campusgebäude am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried bietet einen modernen Rahmen für hochwertige Pflegeausbildungen mitten im Innviertel. Es ist im Herbst 2022 in Betrieb gegangen und beherbergt auf 6.500 m² Fläche neben dem Aus-bildungsbereich auch Verwaltungs- und Technikräume des Schwerpunktspitals.

 

Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried hat nicht nur einen medizinisch-pflegerischen Versorgungsauftrag für die Region, sondern auch einen Bildungsauftrag. Im Bereich der Pflege gibt es derzeit das Pflegestudium, die zweijährige Pflegefachassistenz-Ausbildung und ab Herbst die einjährige Pflegeassistenzausbildung und einen Hochschullehrgang für Stationsleitungen. In der Medizin bildet das Schwerpunktkrankenhaus Allgemeinmediziner*innen und in 18 medizinischen Fächern Fachärzt*innen aus.

Berufsnachwuchs selbst ausbilden

Die Bedeutung, die die Berufsausbildung für die Region hat, skizziert Mag. Johann Minihuber, MBA MAS, Geschäftsführer des Krankenhauses: „Wir befinden uns in einer Zeit, in der die demografische Doppelmühle die Versorgung der Menschen mit Pflegeleistungen schwieriger macht. Einerseits wird die Bevölkerung glücklicherweise immer älter, das bedeutet aber auch, dass die Betreuungsbedarfe steigen. Andererseits kommen weniger junge Menschen nach, die diese Leistungen erbringen können. Unser Anliegen ist es, gemeinsam mit vielen anderen Interessensgruppen, die Situation der Pflege in unserer Region zu stabilisieren. Wir sind im Austausch mit der Politik, mit dem Sozialhilfeverband, mit mobilen Diensten und mit Pflegeheimen, um gemeinsam Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Eine wichtige Säule dabei ist, Ausbildungen für die großartigen Pflegeberufe wohnortnahe anzubieten. Mit dem neuen Campusgebäude haben wir einen modernen und attraktiven Lehr- und Lernort für die Pflegeausbildungen geschaffen.“

Seit den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts sorgt das Krankenhaus großteils selbst für seinen Pflegenachwuchs. Von den rund 1.700 Beschäftigten sind knapp 800 Mitarbeiter*innen im Bereich der Pflege tätig.

„Das Innviertel ist eine lebenswerte Region und ich bin überzeugt davon, dass die Menschen, die sich für einen Gesundheitsberuf entschieden haben, nicht nur für sich selbst eine sinnerfüllte Aufgabe gefunden haben, sondern auch viel dazu beitragen, dass das Innviertel lebenswert bleibt“, betont Minihuber.

Meilenstein-Projekt

Für Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander erfüllt das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried mit diesem Meilenstein-Projekt „nicht nur einen medizinisch-pflegerischen Versorgungsauftrag für die Region, sondern auch einen Bildungsauftrag“. „Auf Oberösterreich ist Verlass und wir investieren dort, wo sich die Zukunft unseres Landes entscheidet. Gemeinsam mit allen Partnern im Gesundheitsbereich arbeiten wir an dem großen Ziel, den Menschen in Oberösterreich eine gute und starke Gesundheitsversorgung zu bieten. Das neue Campusgebäude ist ein Meilenstein-Projekt, das in vorbildlicher Weise die Bereiche Gesundheit und Bildung verbindet. Die oö. Gesundheitsversorgung wird ausgebaut und gleichzeitig die Attraktivität des Innviertels als Bildungsregion gestärkt“, freut sich Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

Gesundheitsstudium in der Region

„Die FH Gesundheitsberufe OÖ setzt seit jeher auf ein regionales Konzept mit drei wesentlichen Säulen: wohnortnahes Studium, direkte Anbindung an die Spitäler und hoher Praxisbezug. Mit dem Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege hier am Campus Ried bieten wir Studierenden aus dem Innviertel ein wohnortnahes Gesundheitsstudium. Studierenden stehen eine Vielzahl an Praktikumsplätzen vor Ort zur Verfügung. Darüber hinaus tragen die vielen Expert*innen aus dem Krankenhaus gemeinsam mit dem FH-Team wesentlich zu einem qualitätsvollen und gelingenden Studium bei. Die Anbindung an das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried ermöglicht auch die Mitnutzung diverser Serviceeinrichten (bspw. Mensa und Wohnmöglichkeiten).
Studierende und Lehrende brauchen für erfolgreiches Lernen und Lehren eine zeitgemäße Lernumgebung. Am neuen Campus bieten wir Studierenden top ausgestatteten Skills Labs und ein Simulationszentrum, in denen pflegerische Handlungen trainiert werden; sowie moderne Hörsäle, die auch hybride Lehrformen unterstützen. Flexible Raumkonzepte für interaktive Lehr- und Lernszenarien, Begegnungszonen und auch Rückzugs- und Recherche-Inseln unterstützen selbstorganisiertes Lernen und fördern Lern- und Lehrgruppen.

Der Einstieg in das Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege ist sowohl mit als auch ohne Matura möglich. Neben den klassischen Zugangsvoraussetzungen wie Matura und Berufsreifeprüfung führt der Weg zum Studium z.B. über die Studienberechtigungsprüfung oder einschlägige berufliche Qualifikationen (Diplom Medizinische Fachassistenz, Pflegefachassistenz mit Zusatzprüfung) – je nach Vorausbildung ist damit der Einstieg auch in ein höheres Semester möglich“, erläutert MMag.a Bettina Schneebauer, Geschäftsführerin der FH Gesundheitsberufe OÖ.

Innovative Pflegeausbildung

Pflegekräfte werden seit dem 16. September 1976 am Vinzentinum Ried ausgebildet. Die Ausbildungseinrichtung gibt es also seit 47 Jahren. Auch die heutige Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, Sr. Cordula Kreinecker, hat hier ihre Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson gemacht.

Seit den Anfangstagen hat sich eine Menge geändert, unter anderem wurde die Ausbildungsordnung für Pflegeberufe auf neue Beine gestellt. Die frühere Diplomausbildung wurde zu einer tertiären Ausbildung an einer Fachhochschule. Mag. Dr. Michael Pagani, Direktor des Vinzentinum Ried und Regionalleiter FH Gesundheitsberufe holte die FH-Ausbildung schon im Jahr 2014 ins Innviertel: „In Kooperation mit der FH Campus Wien war es uns möglich, vor Ort auf Bachelorniveau auszubilden. Vier Jahre später wurde die Kooperation durch die Zusammenarbeit mit der FH Gesundheitsberufe OÖ abgelöst. Seit 2018 haben wir einen Standort der FH Gesundheitsberufe OÖ in Ried.“

 

Ausbildungsangebote am Campus Ried

Vinzentinum Ried:

  • Einjährige Ausbildung zur Pflegeassistenz
  • Zweijährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz
  • Upgrade von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz
  • Weiterbildung Praxisanleitung

FH Gesundheitsberufe OÖ:

  • Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege
  • Hochschullehrgang Pflegemanagement (mittleres basales Management)

In Kooperation  mit dem TAU Kolleg am Krankenhaus St. Josef Braunau

  • Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz

 

Investition in ein nachhaltiges und ökologisches Gebäude

Die Bauarbeiten für das Campusgebäude dauerten nur zwei Jahre.  Auf rund 6.500 m2 Nutzfläche bietet das Gebäude neben Verwaltungs- und Technikräumen eine moderne Infrastruktur für die Pflegeausbildungen des Vinzentinum Ried und des Rieder Standorts der FH Gesundheitsberufe OÖ. Damit ist eine zeitgemäße Pflegeausbildung in der Region Innviertel möglich.

„Nach den Planungsarbeiten konnte im Herbst 2020 mit den Abbrucharbeiten des „alten Verwaltungsgebäudes“ aus den 1960er Jahren begonnen werden. Genau genommen handelt es sich nicht um einen Neubau, sondern einen Zubau, da die neuen Geschoße auf bestehenden Kellern errichtet wurden. In der Zeit von Frühjahr 2021 bis Herbst 2022 konnte der 4-geschossige Bau errichtet und fertiggestellt werden. Sowohl der Zeitplan (ca. 2 Jahre) als auch der Budgetplan konnten eingehalten werden. Die Errichtungskosten (ohne Einrichtung und Anbindung an das Bestandsgebäude) betrugen rd. € 10,0 Mio. Die Finanzierung erfolgte dankenswerterweise zum überwiegenden Teil (90 %) durch Investitionszuschüsse des Landes OÖ,“ freut sich Verwaltungsdirektor Gerhard Gebetsberger über das gelungene Projekt.

Hohe Ansprüche erfüllt das realisierte Projekt in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie: mit der Holzriegelbauweise, einer attraktiven Holzfassade und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach wurden neue Wege für Bauten am Krankenhausareal beschritten. Die Leistung der PV-Anlage ist so ausgelegt, dass ca. 1/3 des Energiebedarfes aus dieser Anlage kommen kann. Das Thema Nachhaltigkeit wurde auch in der Wahl des Bauplatzes berücksichtigt. So wurde auf verbautem Bestand errichtet und damit kam es zu keiner weiteren Bodenversiegelung. Der Park vor dem Gebäude konnte somit in gleicher Größe erhalten bleiben.

100 Prozent Fernwärme aus regionaler Geothermie versorgt seit mittlerweile 2 Jahren das gesamte Krankenhaus. Damit können 2.500 Tonnen – CO2 pro Jahr eingespart werden.

Gebetsberger ist überzeugt von der neuen Bauweise: „Nachhaltigkeit und Ökologie werden auch bei zukünftigen Bauvorhaben im Fokus stehen, selbstverständlich unter Einhaltung der strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards, die im Krankenhausbereich gelten.“

 

 

 

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