Innviertler Maschkerer

Innviertler Maschkerer

Im Innviertel sind zur letzten Raunacht die Maschkerer unterwegs. Vor allem in den Gemeinden Maria Schmolln, St. Johann am Walde und Höhnhart ist dieser Raunachtsbrauch lebendig.

Der Mummenschanz ähnelt ein wenig dem des Nebelberger Raunachtsspiels. Vermummte Gestalten ziehen durch den Ort – und das seit rund 200 Jahren – mit dem Ziel, Lebensmittel zu erheischen. Dieses muntere Treiben sicherte der armen Bevölkerung einen breiteren winterlichen Speisezettel.

Meist sind die Zechen träger des Maschkerer-Brauches, in den letzten Jahrzehnten sind aber auch verkleidete Kindergruppen unterwegs.


Figuren wie Rauchfangkehrer, Teufel, Kasperl, Musikanten, lustig verkleidete Tanzpaare, Jäger, alte Weiber mit Buckelkörben, Hausierer oder Schleifer ziehen von Haus zu Haus, bevölkern die Stuben und bieten Unterhaltung für die Hausgemeinschaft.


Entlohnt werden sie mit Lebensmitteln und einem kleinen Obolus.

Das seltsame Treiben endet am späten Abend in einem Wirtshaus, wo gerne auch ein Innviertler Landler getanzt wird.

Maschkehrer

Foto: Innviertel Tourismus

Rauhnächte

Der Name „Rauhnacht“ leitet sich nicht vom Wort „Rauch“ ab, sondern geht wohl auf das mitteldeutschen Wort „rüch“ (haarig, uneben) zurück, das in dieser Bedeutung in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzware noch in Verwendung ist.

Die langen Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig haben im oberösterreichischen Innviertel eine besondere Bedeutung. In den sogenannten zwölf „Rauhnächten“ trieben, laut Überlieferung, die bösen Geister und Hexen ihr Unwesen und konnten leichter in Häuser und Ställe eindringen.

Darum wurden diese Gebäude und auch des Nutzvieh mit Ritualen wie ausräuchern oder aufhängen bzw. verfüttern von geweihten Palmzweigen oder Segensbaumzweigen gegen das Böse gereinigt und geschützt.

Das Räuchern ist ein Kulturgut, dass bereits seit Jahrtausenden weitergegeben wird. Geräuchert wird traditionellerweise in den Rauhnächten – in der heiligen Nacht, in der Silvesternacht und in der Nacht auf den Heiligen-Drei-Könige-Tag.

An diesen Tagen soll das Ausräuchern mit heimischen heilkräftigen Pflanzen eine Starke reinigende Wirkung haben.

 

 

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