Innviertler Verkehrskonzept – Neuer Busterminal Ried – Jetzt kommt das Innviertel zum Zug

Innviertler Verkehrskonzept

Zu Beginn des Jahres wurde die Finanzierung für das lang ersehnte Innviertler Verkehrskonzept, im Oberösterreichischen Landtag beschlossen. „Dadurch sind die Weichen gestellt. Als zuständiger Infrastrukturreferent freue ich mich das lang ersehnte Innviertler Verkehrskonzept nun umsetzten zu können“, betont Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

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Die regionalen Kraftfahrlinienkonzessionen für das Innviertel laufen im Dezember 2018 aus. Im Zuge des neu aufgestellten, regionalen Verkehrskonzeptes kommt es zu Angebotserweiterungen im öffentlichen Verkehr. Mit dem Ausbau des Busverkehrs werden jährliche Gesamtinvestitionen von etwa 12,7 Mio. Euro getätigt. Dies entspricht einer jährlichen Mehraufwendung von circa 4,6 Mio. Euro. Diese Neubestellungen werden auf eine Laufzeit von zehn Jahren getätigt. Das Gesamtkonzept setzt sich aus regionalen Unterkonzepten der Bezirke Ried, Braunau und Schärding zusammen. In den jeweiligen Bezirken werden zukünftig folgende Maßnahmen gesetzt:

 

Bezirk Schärding

Im Bezirk Schärding wird das bestehende Angebot punktuell verbessert und ausgeweitet werden. Im Fokus stehen hier die Anbindung für Schüler/innen sowie Pendler/innen. So ist eine Neuerschließung durch einen stadtbusähnlichen Verkehr an der Schnittstelle des Stadtgebiets von Schärding, mit den Gemeinden Rainbach im Innkreis und St. Florian am Inn geplant. Dadurch entstehen bessere Verbindungen zwischen dem Zentrum und dem Bahnhof Schärding.

 

Bezirk Braunau

Im Bezirk Braunau soll eine deutliche Stärkung des öffentlichen Verkehrs durch neu strukturierte Linienverläufe stattfinden. Die neuen Linienführungen werden in drei Lose aufgeteilt. Los 1 umfasst dabei die Region West, Los 2 die Region Süd-Ost und Los 3 die Nord-Ost Region von Braunau.

 

Innviertler Verkehrskonzept für den Bezirk Ried

Das Verkehrskonzept Ried im Innkreis als Teil des Konzeptes Innviertel ist klar auf die effizienten Vertaktungen der Busse und Züge ausgelegt. Die Buslinien im Bezirk werden dahin umgestaltet, dass sie den Endpunkt am Bahnhof Ried im Innkreis finden und dort einen Zuganschluss erreichen. Der Bahnhof Ried soll dementsprechend als Drehscheibe und wichtiger Verknüpfungspunkt zwischen Bahn und Bus ausgebaut werden. Infrastrukturelle Voraussetzung hierfür ist die Errichtung eines Busterminals am Rieder Bahnhof. Darüber hinaus wird das Fahrplanangebot an Werktagen ausgeweitet.

 

Im Bestand des Regionalbusverkehrs spielt der Bahnhof Ried derzeit eine untergeordnete Rolle. Mit Umsetzung des RVK Ried im Dezember 2018 wird der Bahnhof aber zur Drehscheibe und einem wichtigen Verknüpfungspunkt zwischen Bahn und Bus als ‚Spinne Ried‘. Voraussetzung dafür ist die Errichtung eines Busterminals am Bahnhofsareal. Alle im RVK vorgesehenen zwölf Regionalbuslinien werden den zukünftigen Vollknoten bedienen und sind konsequent auf die Zuganschlüsse abgestimmt. Aufgrund dieses Umstandes werden am Bahnhof Ried zehn Bussteige für den Regionalverkehr, ein Steig für den Stadtverkehr (Citybus) und ein Steig für internationale Linien errichtet. Somit kann die Betriebsaufnahme des RVK mit Dezember 2018 gewährleistet werden. Folglich werden im Bezirk folgende Kraftfahrlinien der Neuvergabe zugeführt:

  • 840 Ried i. Innkreis – Antiesenhofen
  • 841 Ried i. Innkreis – Mörschwang
  • 842 Ried i. Innkreis – Siegharting
  • 843 Taiskirchen – Utznaich
  • 844 Ried i. Innkreis – Raab
  • 845 Altheim – Antiesenhfoen
  • 850 Ried i. Innkreis – Waldzell – Arnberg
  • 851 Ried i. Innkreis – Frankenburg a. Hausruck
  • 852 Ried i. Innkreis – Eberschwang – Ampflwang a. Hausruck
  • 853 Ried i. Innkreis – Haag a. Hausruck – Geboltskirchen
  • 862 Ried i. Innkreis – St. Johann a. Walde
  • 863 Ried i. Innkreis – Mehrnbach – Altheim · 864 Ried i. Innkreis – Altheim – Mühlheim am Inn
  • 866 Ried i. Innkreis – Aspach

Busterminal Ried:

Der Busterminal wird am Bahnhof-Vorplatz des Bahnhofs Ried im Bereich der ehemaligen Güterverladung und des noch bestehenden Gütermagazins errichtet. Die Fertigstellung des Terminals bildet eine infrastrukturelle Grundvoraussetzung für die mit Fahrplanwechsel Dezember 2018 vorgesehenen neuen Linienverläufe des Regionalverkehrskonzeptes. Folgende Vorteile ergeben sich für die Fahrgäste, die Stadt Ried am Innkreis und den Bezirk Ried:

Vorteile:

– Direkter Umstieg von den Zügen zu den Regionalbuslinien und zum Citybus mit kurzen, attraktiven und barrierefreien Umsteigewegen

– Direkter Umstieg zwischen den Buslinien. Somit folgt auch eine Entlastung der Straßenzüge zwischen Innenstadt und Bahnhof

– Bessere Zu-/Abfahrtssituation vor dem Bahnhofsgebäude – Berücksichtigung der Erfordernisse des Fußgänger- und Radverkehrs

– Verschönerung des Bahnhofvorgeländes, insbesondere des seit Jahren unansehnlichen Bereiches der ehemaligen Güterverladung

Die Anlage:

Die Anlage besteht aus überdachten und barrierefrei ausgeführten Abfahrtsständen für zehn Regionalbusse und einen Citybus. Die überdachten Mittelbussteige sind in sogenannter Sägezahnform angeordnet. Diese Gestaltungsform des Busterminmals hat den Vorteil, dass die Fahrgäste zwischen Bahnhof und Busknoten die Fahrbahn nur ein einziges Mal queren müssen und sich ansonsten immer auf der verkehrssicheren Mittelinsel befinden. Ebenfalls bietet die Anlage Warteräume für die Fahrgäste und einen Mannschaftsraum für die Buslenker/innen. Ebenfalls werden elektronische Abfahrtsanzeigen in Echtzeit an den Zugängen und an den Abfahrtsständen angebracht. Sechs bis acht e-ladefähige Fahrradboxen für E-Bikes werden weiters aufgestellt.

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Zusätzlich zum eigentlichen Busterminal sind folgende Baumaßnahmen vorgesehen:

– Errichtung eines Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Eberschwanger Straße

– Errichtung einer Zufahrtsstraße zum Busterminal im Kreuzungsbereich Rosseggerstraße – Eberschwanger Straße

– Sanierung und Ausbau (Radweg, Gehsteig) der Eberschwanger Straße im Bereich des Busterminals

 

Die Kosten der Errichtung des Busterminals einschl. Nebenanlagen und Straßenmaßnahmen belaufen sich auf ca. 4,4 Mio Euro und werden je zur Hälfte vom Land und der Stadt Ried getragen. Mit der Planung und Umsetzung des Projektes wurde das Eisenbahnunternehmen des Landes OÖ, die Schiene OÖ GmbH. beauftragt. Die Schiene OÖ ist darüber hinaus Eigentümerin der Anlage und Mieterin des für den Busterminal erforderlichen Grundstücks.

 

Weitere Schritte Im Zuge der weiteren Planungen werden Finanzierungsbeschlüsse durch Land und Stadt bis spätestens Februar 2018 eingeleitet. Die Verträge zwischen Land, Stadt, ÖBB sowie der Schiene OÖ werden bis zu diesem Zeitpunkt simultan vorbereitet. Es erfolgen der Abbruch des Gütermagazins und Leitungsverlegungen zwischen März und April 2018. Anschließend beginnt die Errichtung des Busterminals. Vorausgehend ist die Projektbewilligung durch den ÖBB-Aufsichtsrat. Die Inbetriebnahme findet zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2018 statt. „Mit dem vorliegenden Konzept und der architektonischen Umsetzung des Busterminals Ried findet eine Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Ort und Bezirk Ried statt. Nach langjährigen Diskussionen und Verhandlungen kann man sprichwörtlich behaupten, dass das Innviertel nun zum Zug kommt“, unterstreichen die Landesräte Günther Steinkellner und Elmar Podgorschek abschließend.

Quelle: Land OÖ

 

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