Das unsagbare Leid der Streunerkatzen!

Das unsagbare Leid der Streunerkatzen… Eine Reportage über die wichtige Arbeit vom Tierschutz Ried!

Kaum einer bemerkt es, aber es gibt sie: Die verwilderten Hauskatzen (Streunerkatzen), die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlagen, und das direkt vor unseren Haustüren. Diese herrenlosen Katzen kämpfen Tag ein, Tag aus ums Überleben. Der tägliche Kampf ist kräftezehrend und gefährlich, besonders für tragende oder säugende Mutterkatzen.

Krankheit und Erschöpfung!

Die oftmals von Krankheit und Erschöpfung gezeichneten Katzen erwarten zudem zweimal jährlich meist drei bis fünf Nachkommen. Die Geburten sind durch die geschwächten Körper oftmals mit schweren Komplikationen verbunden, wobei die Tiere ohne medizinische Hilfe qualvoll sterben. Überstehen sie die Geburt, so stehen die Tiere vor ihrem nächsten großen Problem: Wie sollen sie ihren Nachwuchs ernähren und wo die Kleinen sicher unterbringen?

Streunerkatzen sind leider nach wie vor keine gern gesehenen Gäste und werden vertrieben – oder im schlimmsten Fall zusammen mit ihren Babys ermordet. Sollten die Babys nicht durch die grausame Hand eines herzlosen Menschen sterben, so ist der mütterliche Versuch, ihre Babys groß zu ziehen, ein Drahtseilakt. Auch die männlichen Katzen sind stetig Revierkämpfen ausgesetzt, welche nicht selten schwere Verletzungen zur Folge haben. Ist einer der Kater bereits erkrankt oder älter, kann dieser dem Rivalen nicht mehr entgegenhalten und wird verletzt und danach immer wieder vertrieben.

Die Nahrungssuche und ein sicherer Unterschlupf!

Die Nahrungssuche und die Suche nach einem sicheren Unterschlupf stellen eine zusätzliche belastende Herausforderung für die oftmals sehr geschwächten Tiere dar. Viele Streunerkatzen sind unterernährt, dehydriert, erkrankt oder verletzt. Regen, Kälte aber auch heiße Sommertage setzen den armen Geschöpfen weiters stark zu. Parasiten und Krankheiten, die sich in Streunerpopulationen schnell ausbreiten, kosten so manchem Geschöpf auf grausame Art und Weise sein Leben. Krankheiten wie die Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose, FIP und FIV breiten sich rasant aus. Jede dieser Krankheiten hat eine grausame Symptomatik zur Folge, welche die Tiere peinigt, bis ihre Herzen aufhören zu schlagen – kleine Herzen, die dringend Hilfe benötigen – wir haben ihre stillen Hilfeschreie gehört und aus diesem Grund das Hilfsprojekt „Streuner-Engel“ ins Leben gerufen.

Hilfsprojekt vom Tierschutz Ried

In diesem Hilfsprojekt werden Streunerkatzen mit Lebendfallen eingefangen, tierärztlich untersucht und – wenn nötig – medizinisch versorgt. Die Katzen werden kastriert, gechipt und gegen Parasiten behandelt. Danach werden die Tiere noch 24 Stunden unter Beobachtung gehalten und sodann in ihrem gewohnten Umfeld wieder freigelassen. Wenn nötig, wird dort eine Futterstelle eingerichtet und es werden Menschen vor Ort gesucht, welche die Tiere weiterhin füttern (Futter wird von uns bereitgestellt!) und beobachten. Die Streunerkatzen sind verwildert und können nicht mehr sozialisiert werden, die Tiere sind die Hand des Manschens nicht gewöhnt – und erst recht keine Wohnungshaltung. Diese Tiere werden medizinisch versorgt, Sterilisiert wieder dorthin zurückgesetzt, wo sie sich zuhause fühlen. Katzen, die dagegen sozialisiert sind oder noch zu sozialisieren sind (wie etwa noch sehr junge Katzen) werden bei uns aufgenommen und erhalten somit die Chance auf eine spätere Adoption.

Einen sicheren Ort bieten!

Tragende Streunerkatzen dagegen werden immer in unsere Obhut genommen. Diese finden bei uns einen sicheren Ort, an dem sie ihren Nachwuchs zur Welt bringen und großziehen können. Die Katzenmütter werden in dieser Zeit tierärztlich und medizinisch versorgt. Weiters erhalten sie Spezialfutter für trächtige Katzen und ein warmes, ruhiges Plätzchen für sich und ihren Nachwuchs.

Diese Aufgabe ist sehr zeit- und auch platzintensiv und setzt viel Geduld und Ruhe voraus – die Streuner sind verwildert und haben oftmals kein Vertrauen zu dem Menschen. Wir versuchen, unsere Versorgungsarbeit stets unauffällig und ruhig zu erledigen, um die Tiere keinem zusätzlichen Stress auszusetzten.

Medizinisch versorgen und Aufpäppeln!

Kleine Katzenkinderwaisen werden aus den Populationen genommen, medizinisch versorgt und aufgepäppelt – demzufolge erarbeiten wir mit den Kleinen zusammen eine Vertrauensbasis. Die kleinen Katzenkinder haben meist schwere Krankheiten und würden ohne unsere Hilfe wohl qualvoll sterben – Krankheiten, die keine Gnade kennen und uns somit oftmals an unsere psychische Belastungsgrenze bringen. Trotz intensiver medizinischer und therapeutischer Versorgung hören immer wieder kleine Herzen auf zu schlagen und die Krankheit streift den Sieg ein: Ein unnötiges Leid, diesem unbedingt entgegengewirkt werden muss.

Dazu benötigen wir dringend Hilfe von Herzensmenschen – Menschen, denen diese unnötige Qual, genau wie uns, nicht egal ist.

Diese Arbeit ist nicht nur, wie bereits erwähnt, sehr zeit- und kostenintensiv, sondern auch kräfteraubend, ernüchternd, traurig, schmerzhaft, enttäuschend und gefährlich – aber sie ist NÖTIG und WICHTIG!

Lasst uns gemeinsam Streunerkatzen helfen!

Bitte unterstützt unsere Arbeit mit einer Spende oder werdet Streuner-Engel und unterstützt sie mit einer Patenschaft. Gemeinsam können wir etwas gegen dieses Leid unternehmen – aber die Streunerkatzen und auch wir brauchen dringend eure Hilfe.

– Spendenkonto: IBAN:AT25 1508 0002 2109 3495, BIC: OBKLAT2L

– Verwendungszweck: Streuner-Engel

– Streuner-Engel werden: https://tiersuche-ried.jimdofree.com/streuner-katzen

 

 Ihre Spende hilft!

Fotos Tierschutz Ried

Der Tierschutzverein arbeitet ehrenamtlich um dieses ELEND nachhaltig einzudämmen!

 

Was tun wenn Sie eine solche Streunerpopulation entdecken, oder bereits zum füttern dorthin gehen!

– es sollte die zuständige Bezirkshauptmannschaft verständigt werden

– auch die Gemeinden sind hier als Ansprechpartner offen

– wir als Tierschutzverein Ried i. Innkreis  sind hier ehrenamtlich oder im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft im Einsatz

– Die Katzen müssen umgehend kastriert werden um weiter unkontrollierte Vermehrung zu unterbinden.

– Melden Sie die Beobachtung früh genug, damit vor den Trächtigkeiten bereits agiert werden kann.

– Schauen Sie nicht weg, überlassen Sie die Tiere nicht ihrem Schicksal.

Tierschutzgesetz!

Seit dem Jahr 2005 ist im Österreichischen Tierschutzgesetz verankert, dass Katzen, die Zugang ins Freie haben, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben, verpflichtend kastriert werden müssen. Dies stellt eine wesentliche Anforderung an die Katzenhaltung in Österreich dar. Bei Nichteinhaltung der Kastrationspflicht muss der Katzenbesitzer mit einer Strafe bis zu EUR 3.900,00 rechnen. Dieses Gesetz ist nach wie vor vielen Haustierbesitzern nicht bekannt.

Eine Kastration verhindert die Produktion von Hormonen im Körper der Katze oder des Katers. Dies geschieht durch die Entfernung der Keimdrüsen bei Männchen und auch bei Weibchen. Bei Katern dauert die Kastration ca. 20 Minuten, bei Katzen ungefähr eine Stunde. Nach der überstandenen Operation beim Tierarzt kann das Tier wieder behutsam mit nach Hause gebracht werden. Nach ca. 1-2 Tagen hat sich das Tier von dem Eingriff erholt und kann wieder seinem gewohnten Alltag nachgehen. Die Kosten für eine Kastration variieren je nach Tierarzt zwischen 60 und 120 Euro.

Katzen können ab dem 4. Lebensmonat vom Tierarzt kastriert werden. Ab einem Alter von 6 Monaten ist die Kastration unbedingt notwendig.

 

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